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Pressemitteilung der Ledder Werkstätten vom 19.02.2021: Impfungen in den stationären Wohnbereichen als nächster wichtiger Schritt in Richtung Normalität für Menschen mit Behinderung

Die Corona-Schutzimpfungen der LeWe-Wohnbereiche waren Mitte Februar abgeschlossen.
Die Corona-Schutzimpfungen der LeWe-Wohnbereiche waren Mitte Februar für Bewohner und Mitarbeiter abgeschlossen.

Die Impfungen von Bewohnern und Mitarbeitenden in den stationären Wohnbereichen konnten zur Freude aller Beteiligten in der vergangenen Woche erfolgreich abgeschlossen werden. In den kommenden Tagen wird in den Westfälischen Nachrichten und der Ibbenbürener Volkszeitung voraussichtlich ein Artikel zum Thema „Impfen in den Wohnbereichen der Ledder Werkstätten“ erscheinen. Um Sie bereits vorab zu informieren, stellt die Geschäftsführung Ihnen die Pressemitteilung, die der Redaktion übergeben wurde, bereits heute auf unserer Homepage zur Verfügung.

Seit knapp einem Jahr beeinflusst das Coronavirus nun schon unseren Alltag und ein Ende der Pandemie ist nach wie vor leider nicht in Sicht. Dennoch können die Ledder Werkstätten (LeWe) an dieser Stelle eine positive Zwischenbilanz ziehen, die hoffungsvoll für die weitere Entwicklung stimmt: Mit der Impfung von Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Mitarbeitenden der stationären Wohnbereiche konnte ein wichtiger Beitrag geleistet werden, der zu mehr Sicherheit und Entspannung im Alltag der Menschen mit Behinderung in den LeWe-Wohnbereichen führt.
Nachdem im März vergangenen Jahres – wie seinerzeit auch in der Presse berichtet – die Werkstätten mit einem Betretungsverbot für die Menschen mit Behinderung belegt wurden, richtete die Geschäftsführung unverzüglich einen Krisenstab ein, der bis heute als wichtiges Beratungsgremium regelmäßig zusammenkommt, um die notwendigen Coronaschutzmaßnahmen für die verschiedenen Bereiche unserer Einrichtung (Werkstatt, Wohnen, Bildung, Gesundheit) weiterzuentwickeln und an die jeweils aktuellen gesetzlichen und epidemiologischen Gegebenheiten anzupassen.
Der Krisenstab besteht aus zwölf Mitgliedern und vereint interdisziplinäre Fachlichkeit, die für die Aufrechterhaltung der Organisationsstrukturen aktuell von großer Bedeutung ist: von den zuständigen Leitungsverantwortlichen über alle Fachleitungsebenen hinweg bis hin zu spezialisierten Fachmitarbeiterinnen und -mitarbeitern für rechtliche Fragestellungen, die Zusammenarbeit mit Behörden sowie die Konzepterstellung. Basis für die Entscheidungsfindung des Gremiums ist stets die Aufrechterhaltung der Balance zwischen Gesundheitsschutz und sozialer Teilhabe für die Bewohner und Beschäftigten unserer Einrichtung.
Im Mai 2020 konnten wir auf der Grundlage einer umfassenden Wiederöffnungsstrategie für Werkstatt und Wohnbereiche den Beschäftigten und Bewohnern nach und nach die Rückkehr an ihren Arbeitsplatz ermöglichen. Für die Menschen in den Wohnbereichen war dies ein enorm wichtiger Schritt, da sie durch die geltenden Maßnahmen besonders lange in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt waren.
Unser Hygienekonzept wird laufend angepasst und erweitert. Mittlerweile umfasst es neben den allgemein gültigen Abstands- und Hygieneregeln, Arbeitsschutzstandards, Maßnahmen des „Social Distancing“ und gesicherten Verfahren zur Zusammenarbeit mit den Behörden (bei der Meldung von Verdachtsfällen und Kontaktnachverfolgung) auch die flächendeckende Verpflichtung zum Tragen von FFP2-Masken für Mitarbeitende (bereits seit November 2020 und durch die Einrichtung für alle täglich bereitgestellt), die Umsetzung des mobilen Arbeitens, sofern es die jeweilige Tätigkeit zulässt, sowie die regelhafte Anwendung von Schnelltests bei Mitarbeitenden und Beschäftigten im Wohn- und Werkstattbereich.
Mitte Dezember kam mit der Option, die stationären Wohnbereiche aufgrund des hohen Alters und der Vulnerabilität eines Großteils der Bewohner, im Rahmen der Kategorie I der Priorisierungsliste für die Impfungen anzumelden, ein weiterer wichtiger Baustein im Umgang mit der Pandemie hinzu.
Ziel war es, entlang der Empfehlungen der STIKO (Ständige Impfkommission) und des RKI (Robert Koch Institut) und in Abstimmung mit dem verantwortlichen Impfteam allen Bewohnern und allen Mitarbeitern, die für die Versorgung dieses Bereichs zuständig sind, ein Impfangebot zu machen. Zwischen den Feiertagen konnten die Planungen und Vorbereitungen der Impfungen beginnen: Dies umfasste die Befragung der Bewohner und deren Angehörigen zum Impfinteresse, die Errichtung von vier Impfstandorten, die enge Kooperation und Abstimmung mit der Kassenärztlichen Vereinigung und den Bewilligungsbehörden sowie die Zusammenarbeit mit einem dreiköpfigen ortsansässigen Ärzteteam, das dankenswerter Weise bereit war, die Impfungen an den Wochenenden durchzuführen. Die Impfbereitschaft war erfreulich hoch und lag bei den Bewohnern bei 100 und in der Mitarbeiterschaft bei etwa 90 Prozent.
Insgesamt konnten im Januar und Februar 864 Impfungen erfolgreich durchgeführt werden. Die geimpften Personen wurden ordnungsgemäß an die zuständigen Aufsichtsbehörden gemeldet. Nachdem alle Anspruchsberechtigten geimpft worden waren, konnten angefallene Restdosen, die aus der Liefersystematik entstanden, an externe Personen, die auf Grundlage der geltenden STIKO-Empfehlungen durch das Ärzteteam für eine Impfung priorisiert wurden und zudem unmittelbar erreichbar waren, auf einfache und unbürokratische Weise verimpft werden.
Somit mussten keine übrig gebliebenen Impfdosen weggeworfen und verschwendet werden. Hierbei handelte es sich zum einen um Personen, die entweder aufgrund ihres Alters (über 80) oder ihrer besonderen Vulnerabilität ein sehr hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf haben. Dabei ist ausdrücklich auf die entsprechende Empfehlung der STIKO hinzuweisen, die in der praktischen Umsetzung konsequent eingehalten wurde: „Bei der Priorisierung innerhalb der COVID-19-Impfempfehlung der STIKO können nicht alle Krankheitsbilder oder Impfindikationen berücksichtigt werden. Deshalb sind Einzelfallentscheidungen möglich. Es obliegt den für die Impfung Verantwortlichen, Personen, die nicht explizit genannt sind, in die jeweilige Priorisierungskategorie einzuordnen. Dies betrifft z. B. Personen mit seltenen, schweren Vorerkrankungen, für die bisher zwar keine ausreichende wissenschaftliche Evidenz bzgl. des Verlaufes einer COVID-19-Erkrankung vorliegt, für die aber ein erhöhtes Risiko angenommen werden kann“ (RKI, 14.01.2021, S. 4).
Zu dieser Kategorie gehören des Weiteren Personen, die aufgrund ihrer Tätigkeit im medizinischen Bereich „ein besonders hohes Expositionsrisiko“ aufweisen. Hierzu zählten Ärzte der Notfallaufnahmen sowie Mitglieder von Rettungsdiensten aus der Region (vgl. RKI, 14.01.2021, S. 4; S. 41). Dabei stand das Ärzteteam im engen Kontakt mit der zuständigen Rettungsleitstelle, um überzählige Dosen zu verteilen.

Mit dem Blick nach vorne hoffen wir, dass bald die weiteren Teile der Eingliederungshilfe in der zweiten Priorisierungsstufe, das heißt insbesondere der Werkstattbereich mit allen Beschäftigten und Mitarbeitern sowie der Bereich des Ambulant Betreuten Wohnens und die Tagesstruktur aufgerufen werden, sich impfen zu lassen. Aufgrund der positiven Erfahrungen in den Wohnbereichen setzen wir uns dafür ein, die Impfungen der Menschen mit Behinderung und der dort tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesen Bereichen zu gegebener Zeit ebenfalls in Kooperation mit mobilen Impfteams innerhalb der Einrichtung zu organisieren. Abhängig davon, wie sich die Impfstoffsituation in den kommenden Wochen und Monaten entwickelt, hoffen wir, diesen Schritt zeitnah und zügig umsetzen zu können.

Die Geschäftsleitung bedankt sich bei der Mitarbeiterschaft für ihre geleistete Arbeit und ihr großes Engagement sowie beim zuständigen Ministerium und den Behörden für die enge Zusammenarbeit. Den Angehörigen von Beschäftigten und Bewohnern gilt unsere Hochachtung für den Umgang mit den teils schwierigen und belastenden Situationen innerhalb ihrer Familien. Besonderen Respekt aber haben wir vor den bei uns arbeitenden und lebenden Menschen mit Behinderungen, die seit fast einem Jahr mit großer und nicht nachlassender Gewissenhaftigkeit und einer positiven Einstellung entscheidend zur Bewältigung der Pandemie in den Ledder Werkstätten beitragen.

 

Ledder Werkstätten gemeinnützige GmbH • Ledder Dorfstraße 65 • 49545 Tecklenburg-Ledde
Telefon 05482/72-0 • info(at)ledderwerkstaetten.de
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