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Bundesministerin Anja Karliczek besuchte unser Bildungszentrum

2019 möchte sie zum „Jahr der Berufsbildung“ machen. Am Herzen liegt Anja Karliczek ganz besonders, dass eine handwerkliche Ausbildung gleichberechtigt neben der universitären steht. „Alle werden gebraucht, sonst funktioniert es nicht“, formuliert sie plakativ. Und dass es verlässliche Wege und Standards geben müsse, die Menschen mit Behinderung Bildung ermöglichen. Am 24. Januar hat die Bundesbildungsministerin unser Bildungszentrum „QuBuS“ (Qualifizierung, Bildung und Service) in Ladbergen besucht und sich fast anderthalb Stunden Zeit genommen.


Marianne Büscher (l., Geschäftsleitung Arbeit) erläuterte der Ministerin (r.) Bildungsinhalte.

Unser Beschäftigter Matthias Haverkamp überreichte der Ministerin das Jubiläumsbuch "Wir sind Ledder Werkstätten".

Mitarbeiterin Melanie Niewand im Gespräch mit der Ministerin über Bildungsmodule in Ladbergen.

Etwa 50 überwiegend junge Menschen mit ganz unterschiedlichen Behinderungen, sogenannte Maßnahmeteilnehmer der finanzierenden Agentur für Arbeit und der Rentenversicherung, durchlaufen aktuell diesen Berufsbildungsbereich. Sie entdecken über insgesamt 27 Monate eigene Fähigkeiten, entwickeln sie in Praktika weiter und wechseln danach in den Arbeitsbereich ihrer Wahl. Anja Karliczek ließ sich diesen facettenreichen, immer individuellen Prozess von Marianne Büscher (Geschäftsleitung Arbeit), Andreas Laumann-Rojer (Werkstattleitung) sowie den Mitarbeiterinnen Melanie Niewand und Ann-Kathrin Fischer anschaulich erklären.
Wie kommen die jungen Leute zur Werkstatt? Was für Praxisanteile gibt es hier? Welche Bildungsinhalte gehen über die Arbeit hinaus? Wie viele Personen können dauerhaft außerhalb der Einrichtung arbeiten? Die Christdemokratin fragte gezielt nach und nutzte die Gelegenheit zum direkten Gespräch mit Beschäftigten, indem sie einfach mit einem Becher Kaffee Platz nahm zwischen den arbeitenden Maßnahmeteilnehmern.
Matthias Haverkamp beispielsweise erklärte ihr den Umgang mit seiner Zählhilfe, während Tatjana Klausmeier ihr persönlich wichtige Vorteile dieser Beruflichen Bildung nannte: weniger Stress zu haben, Arbeit ohne Druck tun zu können, Dinge „für zuhause“ zu lernen, gute Kollegen und tolle Angebote zu haben.
Beispielhaft stellten Beschäftigte die Produktion unseres Kaminzünders LUKEO© vor, was Marianne Büscher fachlich unterfütterte: „Alle Maschinen, mit denen hier gearbeitet wird, dienen unseren Leuten. Nicht der Automatisierung. Sie sollen möglichst allen Menschen die Teilnahme am Arbeitsprozess ermöglichen.“
Bislang werde die Berufliche Bildung in Werkstätten im Berufsbildungsgesetz leider noch gar nicht berücksichtigt, so Andreas Laumann-Rojer, der auf neue Entwürfe sogenannter Bildungsrahmenpläne aus der Bundesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten hinwies, die jetzt in den politischen Raum gelangen. Auf ein weiteres drängendes Problem wies er hin: Junge Menschen, die inklusiv beschult würden, aber noch nicht volljährig seien, fehle der Anschluss nach der zehnten Klasse, was in der Region viele junge Leute betreffe. Die Ministerin hörte genau zu und versprach, sich für die Anerkennung der Beruflichen Bildung in Werkstätten einzusetzen. Auf Dauer werde es darum gehen müssen, auch unterhalb der Dualen Ausbildung, also der klassischen Lehre, Teilabschlüsse und Qualifikationen gesetzlich zu verankern.

Initiates file downloadDie Westfälischen Nachrichten berichten


 

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