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Vier Monate gemeinsames Lernen - Angelprüfung bestanden

Man weiß nicht, wer mehr strahlt an diesem Nachmittag: die Frühlingsonne am blauen Februarhimmel oder die elf erfolgreichen Prüflinge, die da vor dem „Blauen Haus“ der Betriebsstätte Settel in Lengerich stehen. An diesem 18. Februar haben sie ihre Prüfung zur Erlangung des Fischereischeins bestanden. Damit können sie sich bei ihrer Heimatgemeinde einen Fischereischein ausstellen lassen. Das ist das offizielle Dokument, um an deutschen Gewässern – über einen Verein oder mit einer Gastkarte – dem Angelsport nachzugehen. Bis zu diesem Tag war es ein weiter, geplanter, vor allem aber gemeinsamer Weg. Die frischgebackenen Petrijünger sind Menschen mit einer geistigen oder psychischen Behinderung und in den Ledder Werkstätten beschäftigt. Das „Blaue Haus“ gehört zu unserem Freizeit-, Sport- und Kulturverein, der die Organisationsplattform für diese Ausbildung bot. Über vier Monate und 15 Lerneinheiten (immer samstags) haben sich die elf Anglerinnen und Angler auf den Prüfungstag vorbereitet.


Strahlende Gesichter: Elf Menschen mit Behinderung, hier mit Prüfern und Ausbildern, haben die Angelprüfung bestanden.

Erstaunlich schnell kommt die Gruppe durch die Theorie. 60 Fragen sind zu beantworten.

Katharina Fuß stellt im praktischen Prüfungsteil die Rute für die zuvor bestimmte Fischart zusammen.

Michael Vorsthoven, begleitet von Prüfer Andreas Winter, mitten in der praktischen Prüfung.

Beim Überreichen der Urkunde durch Joachim Ternes von der Unteren Fischereibehörde ist die Freude bei allen groß.

Joachim Ternes, Leiter der Unteren Fischereibehörde beim Kreis Steinfurt, hat bereits vor drei Jahren an gleicher Stelle 16 Menschen mit Behinderung geprüft. „Das habe ich seitdem so nirgends erlebt“, antwortet er auf die Frage, ob anderswo Menschen mit Behinderung gezielt auf die Prüfung vorbereitet werden. 550 bis 600 Prüfungen bei acht Terminen nehme er im Jahr ab, aber solche Gruppen gebe es anderswo nicht. Seine beiden berufenen Prüfer, Heinz Brand und Andreas Winter, nicken und freuen sich wie Ternes, dass es für alle geklappt hat.
Zunächst war theoretische Prüfung: 60 Fragen aus sechs Sachgebieten, davon 45 korrekt innerhalb einer Stunde zu beantworten. Dann die praktische: Die elf Prüflinge mussten zum Beispiel eine Rute montieren, also die richtige Rolle und Schnur, den richten Haken und Köder für eine bestimmte Fischart aus dem reichlich vorhandenem Material aussuchen. Das ganz normale Programm einer Prüfung. Doch das freundliche Prüfertrio nahm sich mehr Zeit, ließ jeden Prüfling in aller Ruhe auswählen, motivierte und fand die richtige Ansprache. Das nahm viel von der Nervosität. Lief es dann erst einmal, sprudelten alle vor Fachwissen und hätten wohl alle Ruten, die auslagen, in kürzester Zeit korrekt bestücken können.
„Die sind richtig gut vorbereitet“, stellt Ternes nach der Prüfung fest. Das freut den Dozenten und Angelfachmann Michael Holtmann sowie unsere begleitenden Fachkräfte, Heinrich Robertus und Thomas Adick, die den Lernstoff seit Oktober mit der Gruppe Samstag für Samstag durchgenommen haben. Später sagt Holtmann: „Ihr wart eine tolle Gruppe, ihr habt gut zusammengehalten!“ Über vier Monate bildeten sich auch außerhalb der Lerntage kleine Lerngruppen, halfen seine beiden Co-Dozenten Markus Schmid und Markus Tölle, wo sie konnten. Diese beiden wiederum hatten vor drei Jahren, bei der ersten Gruppe, ihre Prüfung bestanden. Markus Schmid ist inzwischen bestellter Gewässerwart des Angelvereins Lengerich und ist zum Beispiel befugt, Angelscheine zu kontrollieren.

Initiates file downloadDie Westfälischen Nachrichten berichten über das Angelprojekt


 

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