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Chor "Thlokomela" zu Gast im Wohnbereich Westerkappeln

Zehn Bewohnerinnen und Bewohner haben so richtig Spaß. Gerade ein paar Stunden proben sie jetzt mit „Thlokomela“ und schon sechs Songs stehen. Nur einen Tag später wollen alle gemeinsam, mit anderen Einrichtungen der evangelischen Kirchengemeinde Westerkappeln, in der Stadtkirche auftreten. An diesem 18. Juni wird geprobt, gesungen, getrommelt, gemeinsam gegessen und viel gelacht an der Steinkampstraße.


"Thlokomela" heißt der namibische Chor, der - nach 2017 - zum zweiten Mal zu Gast im Wohnbereich Westerkappeln war.

Viel Spaß hatten Gäste wie Gastgeber beim Workshop. Tags drauf traten alle in der Westerkappelner Stadtkirche auf.

Im Garten suchten sich Chorsänger und Bewohner ein schattiges Plätzchen und probten weiter für ihren Auftritt.

„Thlokomela“ kommt aus der namibischen Hauptstadt Windhuk, aber eigentlich aus dem Township, also dem Elendsquartier der Großstadt. „Thlokomela“ bedeutet soviel wie „Passt aufeinander auf“. Aufpassen muss man in den Wellblechhüttensiedlungen weit draußen vor der Stadt, in der allgegenwärtigen Perspektivlosigkeit und Kriminalität, ganz sicher.
Dem setze „Thlokomela“ etwas entgegen, wie deren Leiter Dawid Gawub beim Workshop erklärt: „Viele von uns finden trotz Schulabschluss keine Arbeit und wohnen in Hütten ohne Strom und Wasser. Aber in unserer afrikanischen Musik finden wir viel Kraft, die uns immer wieder aufstehen lässt.“
In unserem Westerkappelner Probenkeller der Hausband „Kellerasse“ ist die Luft zum Schneiden, aber an Pause denkt erstmal niemand. Mittags, bei drei großen Familienpizzen, ist dann Zeit zum Erzählen. Da sitzen die jungen Afrikaner, keiner älter als 25, mit den Bewohnern im Schatten der Gartenbäume. Sänger Elzino Gaoseb erzählt von der Heimat, dem Lebensalltag seiner Altersgenossen und der fast zweimonatigen Tour durch deutsche Kirchengemeinden. Es geht um Spenden und um eine Perspektive, wenigstens für eine Zeit.
Als Mitarbeiter sind Gabriele Theuss, Philipp Kuhl und Alois Schuten dabei, die sich – selbst musik- und chorerfahren – begeistert einbringen. Neben dem Schlager „Hulapalu“ von Andreas Gabalier und „We will rock you“ von Queen haben die Afrikaner schöne Gospel mitgebracht, deren eingängige Rhythmen und mehrstimmigen Melodien man rasch begreift. Deshalb steht am frühen Nachmittag ein kleines Programm, auf dessen Aufführung in der Kirche sich alle ungemein freuen. Unsere Bewohner übernehmen die Percussion, singen Refrains oder klatschen einfach den Takt mit.
Schon einmal, im Sommer 2017, war „Thlokomela“ im Wohnbereich Westerkappeln zu Gast. Dieses Mal sind andere junge Leute da. Zum ersten Mal im Rahmen dieser Tournee würden sie mit Menschen mit Behinderung arbeiten, aber das sei keine Schwierigkeit, sagt Elzino Gaoseb. Und so mischen sich alle munter und singen gemeinsam. Untergebracht sind die 15 Afrikaner in Gastfamilien. Drei Tage Westerkappeln, dann führt die Tour weiter ins niedersächsische Ramelsloh. Am 9. Juli geht es zurück nach Namibia.


 

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