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Corona-Impfung für 1400 Beschäftigte und Mitarbeiter der Betriebsstätten

„Heute haben wir den 8. Erlass zur Impfung der Bevölkerung gegen Covid-19 des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW vom 18. Februar erhalten. Darin ist festgelegt, dass in der zweiten Märzwoche mit den Impfungen in der Eingliederungshilfe mittels mobiler Teams begonnen werden soll.“ Impfungen in Einrichtungen der Eingliederungshilfe – also mit mobilen Ärzteteams vor Ort – hatte das Kreisgesundheitsamt den Ledder Werkstätten am 19. Februar per Fax angekündigt. Unser Werkstattrat, Vertretung der Menschen mit Behinderungen, und unsere Geschäftsführung freuten sich erst einmal riesig, weil ihr Bemühen in der Politik erfolgreich war.


Bei der freundlichen Anmeldung sind der Impfausweis und ausgefüllte Unterlagen abzugeben ...

... bevor es zum Aufklärungsgespräch mit dem Mediziner geht, der alle noch offenen Fragen beantwortet ...

... dann erfolgt die Impfung durch examiniertes Fachpersonal in einer der vier Impfkabinen ...

... während im Hintergrund fleißige Mitarbeitende permanent neue Dosen aufziehen ...

... 275 Impfdosen werden allein an diesem 9. April, dem vorletzten Impftag, verabreicht ...

... und zum Abschluss haben Werkstattrat und Mitarbeitervertretung eine süße Kleinigkeit vorbereitet.

Was bedeutet die gute Nachricht vom Kreis für so eine große Einrichtung mit insgesamt mehr als 2000 Menschen ganz praktisch? Blick hinter die Kulissen des Impfzentrums Therapiehalle unserer Betriebsstätte Ledde am 9. April, dem fünften und damit vorletzten Tag der Erstimpfung für Beschäftigte und Mitarbeiter unserer Betriebsstätten.
„Das läuft hier wirklich gut. Die Bedingungen sind prima“, sagt Dr. Klaus Boymann, während er auf den gelben Impfausweis des nächsten Impflings blickt. Gemeinsam mit seinen Kollegen, Dr. Beate Wacker, Dr. Josef Roters und Dr. Hans-Dieter Rogge, bildet er seit 8 Uhr das Ärzteteam des Tages. Vier Kabinen hat unsere Haustechnik in der Halle, wo sonst der Rehasport zuhause ist, abgeteilt. Laufwege sind optisch gekennzeichnet, Wartebereiche im Freien vor und nach der Impfung bestuhlt und mit Heizpilzen ausgestattet. Seit einigen Stunden wird der geplant eintreffende Strom Impfberechtigter abgearbeitet, wozu auch die Papierflut am Eingang und Ausgang gehört. Schließlich muss jeden Nachmittag die Meldung mit allen Namen an die Kassenärztliche Vereinigung gemacht werden. Auch in den Impfkabinen geht es nicht ohne unsere Mitarbeitenden, denn als examinierte Pflegekräfte dürfen sie auch Impfstoff verabreichen.
„Die Räume hier sind optimal“, sagt Beate Wacker, die in Lienen praktiziert, aber die Ledder Impftage gerne begleitet und ihre schon verrenteten Berufskollegen für die Aktion begeistern konnte. Was jetzt so gut funktioniert, hat ein ganzes Team akribisch vorbereitet: Mitarbeiter aus Werkstatt und Verwaltung sind über Wochen mit telefonischen Abfragen, Anamnesebögen, Einverständniserklärungen und der Logistik beschäftigt. (Begrenzt haltbarer) Impfstoff, die Präsenz der Mediziner zu den Tagen, geeignete Räume, begleitende Dinge wie die Verpflegung vor Ort und natürlich der zeitlich gestaffelte Zubringerverkehr nach Ledde seien bis ins Detail zu regeln, berichtet Marianne Büscher.
Unverhofft kommt oft. Das gelte manchmal auch für die Impfstoffversorgung, so die Geschäftsleiterin. Am Dienstag nach Ostern, früh um 7 Uhr, sei ein Anruf vom Impfzentrum am Flughafen eingegangen, dass 600 Dosen kurzfristig zur Verfügung stünden. „Wollen Sie die haben – aber nur sofort?“ Bis 8 Uhr habe entschieden werden und der empfindliche Impfstoff dann bis 14 Uhr des Folgestages verabreicht werden müssen. Also habe man am Dienstag und Mittwoch 600 Personen erstgeimpft.
Von dem großen Aufwand dutzender Mitarbeiter im Hintergrund merkt man an diesem 9. April wenig. Dort, wo sich sonst die Sportler umziehen, ziehen jetzt zwei Kollegen permanent Spritzen auf. Das geht ebenso ruhig und routiniert vonstatten wie die Aufklärungsgespräche der Ärzte mit den Beschäftigten. Ihnen Unsicherheiten zu nehmen, Abläufe zu erklären, ihre Fragen geduldig zu beantworten – auch darum geht´s. Aber wirklich alle hier sind glücklich, endlich einen Impfschutz zu bekommen. Tim Ortner zum Beispiel, Beschäftigter aus der Abteilung Services, sagt nach dem Pieks: „Das ist ein Schritt ins normale Leben, also dass man halbwegs normal leben kann. Ich habe mich so doll gefreut!“
Organisation und Abläufe funktionierten bis in den Nachmittag des 9. Aprils reibungslos. Auch deshalb, weil alle 275 Impflinge – wie Tim Ortner – froh sind, ein Impfangebot zu bekommen, und dafür Geduld mitbringen. Wer Hilfe zur Orientierung oder beim Arm freimachen braucht, findet sie sofort. Auch dafür ist Personal da. Zum Impftempo und der professionellen Abwicklung meint Dr. Roters lächelnd, dass Ledde doch eigentlich ein offizielles Impfzentrum sein könnte. Dann ist auch schon Mittagspause. Helfer und Ärzte gönnen sich 15 Minuten für frisch belegte Brötchen und einen Kaffee. Das haben Mitarbeiter und Beschäftigte vom Pausencafé LeMocca nebenan vorbereitet.
Rund 1400 Personen aus der Werkstatt haben nun ihren Erstschutz. Das bedeutet, dass sich die Menschen aus unseren Wohnbereichen und der Werkstatt in einiger Zeit wieder frei bewegen können. Marianne Büscher formuliert das nächste große Ziel: „Bis zum Sommer streben wir einen möglichst normalen Alltag bei uns an.“


 

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