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Grünen-Politikerin Josefine Paul trifft unseren Werkstattrat

„Wir sind ein Teil des Ganzen. Und natürlich ermöglichen wir auch Menschen aus der Werkstatt heraus den Zugang zum Ersten Arbeitsmarkt. Werkstätten haben ihren Platz und unterstützen Menschen mit Behinderungen selbstverständlich, wo dieser Weg möglich ist!“ Dr. Frank Plaßmeyer fand beim Besuch von Josefine Paul klare Worte, was Werkstätten eben auch leisten: nämlich Übergänge zu schaffen, Assistenz zu geben, auch Rückkehrmöglichkeiten anzubieten, wo Menschen den Weg auf den Arbeitsmarkt versuchen und vielleicht scheitern.


Der Werkstattrat mit Josefine Paul (3. v. r.), Dr. Frank Plaßmeyer (r.) und Dr. Rebecca Dölling-Künnen (l., Assistenz der Geschäftsführung).

Der Beschäftigte Sebastian Zemplin (links) erklärt Josefine Paul die Arbeitsabläufe in der Emsa-Produktion.

Erfahrene Fachkräfte wie Matthias Breulmann (Mitte) gestalten die Teilhabe durch Arbeit vor Ort.

Bei der Fraktionsvorsitzenden der grünen Landtagsfraktion rannte unser Geschäftsführer damit durchaus offene Türen ein. Werkstätten seien ein wichtiger Beitrag auf dem Weg zu mehr Inklusion, aber sie müssten auch „durchlässiger“ werden und Übergänge möglich machen, sagte Josefine Paul bei ihrem Besuch am 29. April.
Vergangenes Jahr hatte die Politikerin unsere Arbeitsgruppe im Bioenergiepark Saerbeck besucht und dort versprochen, sich einmal mit dem Werkstattrat zusammenzusetzen. Jetzt hatte sie das Vertretungsgremium von mehr als 1300 Beschäftigten eingeladen und nach einer Stunde Werkstattbesichtigung nahm sich Josefine Paul eine weitere Stunde Zeit, um mit drei der im vergangenen Herbst neu gewählten Vertreterinnen und Vertreter zu sprechen. Josefine Paul sagte zu Heidi Richter, Bianka Holtmann und Michael Otte: „Ich finde es sehr gut, wenn Sie als Werkstattrat Ihre Interessen selbst vertreten. Wenn Sie Kritik äußern, hat es eine andere Wirkung. Ich kann Ihnen heute versichern, dass wir Grünen in NRW Werkstätten erhalten wollen. Aber das System muss sich weiterentwickeln.“
Diskussionsgrundlage dieses offenen Gespräches war die schriftliche Stellungnahme unseres Werkstattrates, die bereits beim Besuch der Politikerin im Bioenergiepark Thema war. Das Papier mit dem Titel „Nichts ohne uns über uns“ dreht sich um eine aus Sicht der Werkstatträte verkürzte Sicht auf Werkstattsysteme (Auszüge siehe unten).
Die Landtagsabgeordnete hörte sehr genau zu, ließ sich die Aufgaben des Werkstattrates schildern und bat um ganz konkrete Anliegen an die Politik, die sie mitnehmen wolle nach Düsseldorf. So wollten unsere drei Werkstattrate zum Beispiel wissen, warum die grüne Landtagsfraktion keinen behinderungspolitischen Sprecher habe. Das liege daran, dass ihre Fraktion nur 14 Personen stark sei und jede und jeder mehrere Themenfelder abdecke, so Josefine Paul.
Ausführlich berichtete Bianka Holtmann von ihrer noch neuen Aufgabe als Frauenbeauftragte. Heidi Richter wies auf die Situation von Menschen mit psychischen Behinderungen hin, die die Sicherheit und Struktur dieser Einrichtung sehr zu schätzen wüssten. Den Begriff Erster Arbeitsmarkt mag der Werkstattrat nicht, sieht er doch Menschen mit Behinderungen durch Wortschöpfungen wie „zweiter“, gar „dritter“ Arbeitsmarkt abgewertet.
Nach der gut vorbereiteten Werkstattführung und diesem intensiven Gespräch machte der Geschäftsführer unserem Werkstattrat ein Kompliment: „Ich finde es toll, dass Sie hier so eine Stimme haben!“ Josefine Paul versprach, sich die Stellungnahme und auch ihre parteieigenen, bisweilen sehr werkstattkritischen Statements noch einmal genauer anzusehen.


Auszüge aus der Stellungnahme des LeWe-Werkstattrates vom September 2021: „Wir als Werkstattbeschäftigte sehen uns sehr wohl als Teil des inklusiven Arbeitsmarktes. In der Werkstatt arbeiten wir auch für Firmen. … Wir vom Werkstattrat fühlen uns wohl in der Werkstatt und möchten nicht woanders arbeiten. … Wenn jemand auf den allgemeinen Arbeitsmarkt möchte, bekommt er Unterstützung von der Werkstatt. … Es gibt auch Kollegen von uns, die auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt waren und dort wegen des großen Drucks und der hohen Belastung krank geworden sind. Sie möchten nicht mehr dorthin zurück. ...
Auch für unsere Kollegen mit Schwerst- und Mehrfachbehinderungen ist die Werkstatt sehr wichtig. … Nur so so können diese Personen am Arbeitsleben teilhaben. Wir möchten, dass das von der Politik akzeptiert wird und wir und unsere Arbeit in der Werkstatt respektiert werden! … In der Öffentlichkeit wird häufig auch der Begriff „Erster Arbeitsmarkt“ verwendet. Die Bezeichnung finden wir unpassend. Wir würden uns wünschen, dass stattdessen zum Beispiel von einem „offenen Arbeitsmarkt“ gesprochen wird, da wir uns als Werkstattbeschäftigte als ein Teil des Arbeitsmarktes sehen und nicht auf einem „zweiten“ oder „dritten“ Arbeitsmarkt arbeiten.“


 

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