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Lecker, aber leichter: Ernährungskurs im ABW Saerbeck

„Wir wollen das einfach mal ausprobieren“, sagt Bettina Kümper. Sie und ihre Mitbewohnerin Christiane Cord raspeln gerade fleißig Gemüse, während Markus Schmid vorsichtig Tomatensauce auf kleine Teigfladen streicht und nachdenklich meint: „Klar, ein paar Pfund weniger könnten´s schon sein!“ Rollifahrer Tobias Loheide wohnt, wie Markus, auch nicht hier, aber im gleichen Ort und freut sich jeden Montag auf die Gemeinschaft.


Christiane Cord (links) und Bettina Kümper raspeln Möhren für den Rohkostsalat.

Aus ballaststoffreichem Mehl entsteht der Pizzateig, den hier alle zu Minifladen formen.

Jeder nach seinem Geschmack: Natürlich gibt es auch Kochschinken und Salami für den Belag.

So unterschiedlich die Motivation der Teilnehmenden sein mag, eint sie alle der Spaß am gemeinsamen Tun: „Ich nehme ab“ heißt das Kursprogramm der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DEG) und Elisabeth Höffker setzt es in unserem Ambulant Betreuten Wohnen an der Emsdettener Straße in Saerbeck mit Elan in die Praxis um. Praxis heißt: Über insgesamt zwölf Wochen nehmen einige der 14 ABW-Klienten und Menschen mit Behinderungen, die anderswo wohnen, mit Spaß teil und vielleicht auch ein wenig ab.
Von jeweils 16.30 bis 18 Uhr putzt, schneidet, kocht und backt die muntere Runde in der komplett ausgestatteten Gemeinschaftsküche, um am Ende am großen Tisch gemeinsam zu essen. Pizza, Rohkostsalate oder Waffeln standen schon auf dem Speiseplan. Elisabeth Höffker, Diätassisentin und selbstständige Ernährungsberaterin aus Nordwalde, hat häufiger mit Menschen mit Behinderungen gearbeitet und einen sehr guten Zugang. Die bebilderte Ernährungspyramide der DEG hängt an der Wand. Auch an diesem fünften Nachmittag gibt es ein wenig anschauliche Theorie und dann viel Praxis, sodass sich der Weg vom Vitamin zum leckeren Salat durch eigenes Tun erschließt.
Verbote, sagt die Fachfrau, funktionierten selten. Es gehe um Alternativen, die auch schmeckten, um das Reduzieren von Zucker zum Beispiel durch andere, natürliche Süßmittel. Cola und Pommes sind vermutlich ein großes Thema für einige, aber die Minipizzen an diesem Nachmittag werden dank des selbst gemachten Teigs und ein paar gesunder Zutaten genau so lecker, nur weniger kalorienreich sein.
Auf die Waage stellt sich hier niemand. Einige berichten – nach inzwischen fünf Wochen – von kleinen Erfolgen, weil sie das erworbene Wissen offenbar auch in ihrem Alltag umsetzen. Die Ernährungsberaterin fragt Teilnehmende so nebenbei, wie es geht, ob die Hose vielleicht etwas besser passt. Motivation ist das Stichwort und das gelingt in dieser bunten Gruppe ganz gut.
Mechthild Rauße und Annette Schwarm, beide Mitarbeiterinnen im ABW Saerbeck, sind auch dabei. Man spürt: Nähe und der vertraute Rahmen spielen ganz sicher auch eine wichtige Rolle. Mechthild Rauße kann sich vorstellen, nach dem Vierteljahrskurs ein Mal in der Woche mit den Klienten gesund zu kochen. Dann hat die Runde aber keine Zeit mehr für die Fragen des Besuchers, denn die sorgfältig zubereitete Mahlzeit wird nun gemeinsam eingenommen, was in dieser individuellen Wohnform auch einen Wert hat.


 

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