Wertvolle Ausbildung zur qualifizierten Fachkraft

Juli 13, 2022

Katja Seidel und Rainer Wansing sind immer noch total begeistert von ihrer Ausbildung zur qFAB: Von September 2020 bis Mai 2022 haben sie ihre Ausbildung zur qualifizierten Fachkraft zur Arbeits- und Berufsförderung – kurz: qFAB – in Bielefeld absolviert. Keine ganz einfache Zeit, erstens, wegen der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie und, zweitens, weil Katja Seidel als gelernte Einzelhandelskauffrau und Rainer Wansing als gelernter Groß- und Außenhandelskaufmann lange keine Schulbank mehr gedrückt hatten. 

Nach 800 Stunden Ausbildung über 17 Monate bei „Bildung & Beratung Bethel“ sind beide heute ausgebildete Fachkräfte und zurecht stolz auf ihre guten Abschlüsse. Das Institut ist Teil des Evangelischen Erwachsenenbildungswerks Westfalen und Lippe und Mitglied in der Bundesarbeitsgemeinschaft Fort- und Weiterbildung in der Diakonie. Auch im Gruppendienst der Werkstatt legen die Ledder Werkstätten seit jeher Wert auf einen hohen Anteil an pädagogisch geschulten Fachkräften, unterstützen die Ausbildung ihrer Mitarbeitenden nach Kräften und finanzieren sie auch. Zwei bis fünf Jahre nach Eintritt sollte die qFAB absolviert werden, erklärt Andreas Laumann-Rojer (Geschäftsfeldleitung Arbeit und Berufliche Bildung). Diese umfangreiche Qualifizierung behandele Ausbildungsinhalte wie Behinderungsbilder, gesetzliche Grundlagen, Wissen zur Pflege oder pädagogische Themen. Und am Ende stehe die staatliche Abnahme mit Praxisprojekt, Klausur und mündlicher Prüfung, so Laumann-Rojer, der selbst seit Jahren in Prüfungskommissionen mitarbeitet.

Was bedeutet die qFAB ganz praktisch für die beiden Absolventen mit ihrem beruflichen Vorleben? „Also vorher hat man ja vieles aus dem Bauch heraus gemacht“, sagt Katja Seidel. Jetzt wisse man zum Beispiel, weshalb sich ein Autist auf seine Weise verhalte. „Man geht anders auf die Menschen mit Behinderungen zu.“ Rainer Wansing spricht einen wichtigen roten Faden an, der sich durch die Ausbildung zog: „Wir assistieren nur bei Entscheidungen der Menschen. Es geht um ein Mehr an Eigenverantwortung, um Hilfe wirklich nur dort, wo sie nötig ist.“ Beide sind sich einig: „Wir haben heute ein viel besseres Verständnis von Inklusion.“

Die LeWe profitieren durchaus von der Ausbildung, zum Beispiel auch von den Praxisprojekten der beiden: Katja Seidel hat unter dem Titel „Ich mag Obst und Gemüse“ mit der Beschäftigten Samantha Müller zusammengearbeitet, die heute die Obsttheke selbstständig kontrollieren und bestücken kann. Rainer Wansings Arbeit mit Anastasia Rozina hieß „Ich möchte selbstständig Industriefilter nähen können“ – was die Beschäftigte heute kann.

In 14 Wochen Blockunterricht, einige davon coronabedingt in digitaler Form, absolvierten insgesamt 19 Personen aus ganz Nordrhein-Westfalen ihre qFAB. Auch das habe für viel neues Wissen gesorgt, wie etwa andere Einrichtungen mit Dingen umgehen, berichten die beiden. Die Ausbildung habe einfach auch die eigene Perspektive erweitert. Beide loben die „Tiefe“ ihrer Ausbildung und die „supertollen“ Dozenten und haben quasi nebenbei das Fachabitur mit diesem staatlich anerkannten Abschluss erworben.

Katja Seidel und Rainer Wansing möchten vorerst in ihren Bereichen, dem Geschäft „LebensMittelpunkt“ und der Textilabteilung, bleiben, um dort mit ihrem umfangreichen Fachwissen zu arbeiten. Die nächsten drei Mitarbeitenden sind schon zur qFAB angemeldet.

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