Juni 8, 2026

40 Jahre unterwegs mit Menschen mit psychischer Erkrankung: Gausepohl feiert Geburtstag

Unsere Betriebsstätte Gausepohl feiert Geburtstag: 40 Jahre alt wird der Werkstatt-Standort im ehemaligen Reifenhandel an der Großen Straße in Ibbenbüren. 75 Menschen mit einer psychischen Erkrankung erproben sich dort in einer Vielzahl von Arbeitsangeboten. Viele kleine Räume, individuelle Bedarfe, immer wieder wechselnde Arbeitsangebote. Das Jubiläum feiern wir natürlich. Bereichsleiter Peter Bosse und sein elfköpfiges Team haben ein internes Programm vom 8. bis 12. Juni zusammengestellt. Mit einem kleinen Festakt am Freitag, wo unsere Unternehmensleitung gratuliert.

Blick in die Historie: Es sind die frühen 1980er Jahre und andere Zeiten. Menschen mit psychischer Erkrankung, sogenannte „Chronifizierte“, gehen ins „LKH“ nach Lengerich. Andere Angebote gibt es kaum, als unser visionärer Geschäftsführer Hans-Martin Lagemann vorprescht: Was wäre denn, wenn man diese Menschen aus der „Drehtür-Psychiatrie“ (also immer wiederkehrenden, mehrmonatigen Aufenthalten in der Klinik) in die Werkstatt holte?

Die Fachszene ist damals mehrheitlich noch nicht begeistert. Wir wagen diese Innovation und bekommen 1983 die ersten Beschäftigten aus der Lengericher Landesklinik. Gestartet wird mit Webstühlen und Makramee im Ledder Fachwerkhaus – eine andere Zeit. Drei Jahre später werden wir Mieter bei Gausepohl und richten für einige Jahre sogar einen Werkstattladen ein. Professor Dr. Andreas Crome, damals Leitender Ärztlicher Direktor der Landesklinik und ein progressiv denkender Mensch, kommt persönlich zur Eröffnung der Betriebsstätte und hält die Festansprache.

Heute gehen 75 Beschäftigte täglich zu Gausepohl; 24 von ihnen sind in der Beruflichen Bildung und noch neu in der Werkstatt. So kleinteilig und nach außen vielleicht antiquiert die Raumaufteilung hier erscheinen mag, so sehr kommt genau diese Struktur unseren Beschäftigten entgegen. Rückzugsräume, wo wenige an speziellen Produkten arbeiten (Nischenarbeitsplätze), verschiedene, wechselnde Arbeitsangebote, gute Gesprächsmöglichkeiten im passenden, kleinen Rahmen. Unser Team nutzt genau diese Aufteilung, bietet viel Wertschätzung, löst die Probleme gemeinsam mit einzelnen Beschäftigten. „Wir arbeiten immer auf Augenhöhe mit unseren Leuten“, betont Peter Bosse. Und dass Gausepohl der Kern der Werkstatt für Menschen mit einer psychischen Erkrankung sei.

1990 kam unsere Betriebsstätte Kipp in Lengerich hinzu. Hervorgegangen aus der Lengericher Arbeitsinitiative (einer Initiative der Westfälischen Klinik), aus der sich später der Reha-Verein entwickeln sollte. Unsere Betriebsstätten an der Glücksburger Straße in Ibbenbüren folgten: 1991 Zwenger, später Schnieders, Dierkes und zuletzt Schweer. Aktuell 335 (von insgesamt etwa 1200 Beschäftigten) Menschen mit psychischer Erkrankung sind heute bei uns beschäftigt.

Für seine Jubiläumswoche hat sich Gausepohl einige schöne Ausflüge vorgenommen: Alpakawanderung und Zoo-Besuch, Fahrt zur Emsflower in Rheine, Minigolf und Kart fahren. Zur internen Feier am 12. Juni werden alte Fotos gezeigt. Für die Fotoaktion steht eine Leinwand zur Verfügung, um neue gemeinsame Erinnerungen festzuhalten.  Und sicherlich werden sich viele ehemalige Kolleginnen und Kollegen sowie Beschäftigte blicken lassen, zumal David Lietmeyer aus Recke für leckeres Catering sorgt. In seinem Betrieb besetzen inzwischen mehrere Beschäftigte Außenarbeitsplätze.

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Ihr Team der Ledder Werkstätten

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