Juli 22, 2026

Aus der Beruflichen Bildung in den Arbeitsmarkt: Bei uns ist vieles möglich

Sich direkt auf den Weg in den Job machen, erste Erfahrungen sammeln oder nur mal reinschnuppern: Unser Berufsbildungsbereich (BBB) bietet natürlich auch Wege auf den allgemeinen Arbeitsmarkt an. Der BBB als 27-monatige Maßnahme mit praktischen und lerntheoretischen Einheiten hat zum Ziel, Menschen in den Arbeitsbereich der Werkstatt, aber genau so auch in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu begleiten. Die Maßnahmeteilnehmerinnen und –teilnehmer bekommen niederschwellige Angebote, zum Teil mit späterer Job-Aussicht. Für einige bedeutet das, nach den 27 Monaten gar nicht erst in eine unserer Betriebsstätten zu wechseln.

Alles zu organisieren und den unterschiedlichen Behinderungen gerecht zu werden, ist die Aufgabe unserer Mitarbeiterin Malin Mohrmann und des BBB-Team. Hand in Hand arbeiten alle daran, Menschen, die die Fähigkeiten mitbringen und diesen Weg gehen wollen, im Arbeitsmarkt zu vermitteln. Als Inklusionsbegleiterin und Jobcoach ist Malin Mohrmann zuständig für das Übergangsmanagement. Sie kümmert sich um all die Dinge, die jemand für den Start in einer Firma braucht. Ihre Übergangsgruppe gibt es hauptsächlich virtuell, weil die Personen vielerorts auf Praktika verteilt sind.

Zum Beispiel auf die Aabachfarm in Ladbergen: Seit Juni sind fünf junge Männer immer freitags bei Elisabeth Freitag, Herrin über 260 Alpakas direkt neben dem Ladberger Heimatmuseum. Sie findet es wertvoll und wichtig, auch Menschen mit Behinderung auf dem Hof zu haben. Das Quintett macht im Moment eine Arbeitserprobung, doch die kann später in einen Außenarbeitsplatz oder das (geförderte) Budget für Arbeit übergehen.

Niederschwellig, für jeweils nur zwei Stunden pro Woche, führt Elisabeth Freitag die kleine Gruppe an verschiedene Aufgaben heran. Füttern, Tränken reinigen, Ausmisten – Toprac Erdaci und die anderen schnuppern in die Arbeit und werden jedes Mal von unserer Fachkraft Sebastian Teepe begleitet.

Auf dem Weg in den Arbeitsmarkt ein gehöriges Stück weiter ist Jan Jacobs, der zuvor in unserer Lengericher Betriebsstätte Kipp beschäftigt war. Seit dem Winter besetzt er einen Außenarbeitsplatz auf der Aabachfarm. Das heißt, er ist weiter bei uns beschäftigt (mit der Möglichkeit der Rückkehr in die Werkstatt) und kommt nur an einen anderen Arbeitsort. Das ist letztlich das Ziel auch der Übergangsgruppe: durch stunden- oder tageweisen Einsatz das Richtige für sich und seine Fähigkeiten zu finden, um später – wie Jan – „draußen“ zu arbeiten. Malin Mohrmann trifft ihre Übergangsgruppe, die dann Lerngruppe heißt, persönlich ein Mal in der Woche, wenn es um so konkrete Schulungsmodule wie „Bewerbung“ oder „Vorstellungsgespräch“ geht.

Ende Juni waren alle zu den Bildungstagen bei Windmöller & Hölscher in Lengerich eingeladen und haben den Maschinenbauer von innen sehen können. Auch dort gibt es Außenarbeitsplätze und Personen im Budget für Ausbildung, also in einer normalen Lehre, die in diesem Fall die Arbeitsagentur mitfinanziert. In Ladbergen begleitet unsere Mitarbeiterin Jaqueline Wouters die Teilnehmerin Katrina Knödler ab August für zwei Stunden in der Woche in der Ladberger Grundschulmensa. Und: Aktuell sind zwei Personen aus dem BBB über Praktika in Außenarbeitsplätze gelangt.

Zu Besuch im Haus Widum Lengerich: Rabea Schüttemeyer, seit Sommer 2024 im BBB, arbeitet dort seit März zwei Tage pro Woche als Langzeitpraktikantin und möchte sich später zur Alltagshelferin qualifizieren. Andrea Fiege, Leiterin der „Tagespflege Hofgarten“, ist sehr zufrieden mit der 21-jährigen Lengericherin. Immer donnerstags und freitags kommt Rabea, kocht und backt mit den alten Leuten, begleitet sie beim Einkauf oder unterstützt beim Essen anreichen.

Die Arbeit mit älteren Menschen kennt sie durch ihr ehrenamtliches Engagement bei der AWO Lengerich, die ihre Großmutter leitet. Als sie im März im Haus Widum begann, hatte sie null Berührungsängste, im Gegenteil: „Ich finde es sehr gut.“ Ihre Berufliche Bildung laufe im November aus, aber das Langzeitpraktikum werde man wohl verlängern, so Malin Mohrmann. 2027 sei ein Kursus Alltagshelfer-Qualifizierung geplant, an dessen Ende als Prüfung eine Sichtstunde stehe. Damit kann Rabea fachlich qualifiziert zum Beispiel im Haus Widum arbeiten, was ihre Chefin Andrea Fiege begrüßen würde: „Rabea ist sehr verlässlich, hat sich gut eingearbeitet. Unsere Senioren freuen sich, wenn sie da ist!“

Unterdessen läuft die normale Berufliche Bildung in Ladbergen natürlich weiter, erwerben die jungen Leute ihre Grundqualifikationen, absolvieren vielerlei Lerneinheiten, lernen Arbeitsschutz kennen und unternehmen Bildungsfahrten. Ihr Spektrum erweitert sich um die Option, schon hier, während ihrer ersten gut zwei Jahre, den Arbeitsmarkt individuell und barrierefrei kennenzulernen. Stundenweise, tageweise wie Rabea oder auch ganz wie mehrere andere Teilnehmer.

Am Dienstag, 22. September, planen wir mit der Caritas Emstor-Werkstatt und der Caritas-Werkstatt Langenhorst den Aktionstag „Neue Talente entdecken – Menschen mit Beeinträchtigungen im Unternehmen“ im Südstadtquartier Ibbenbüren. Es geht um Wege in den Arbeitsmarkt und den schrittweisen Übergang. Wir möchten Firmen informieren über Chancen, Unterstützung und den Mehrwert, wenn Menschen mit Behinderung im Unternehmen tätig sind. Den Veranstaltungsflyer finden Sie hier zum Download.

Vielen Dank für ihre Anfrage. 

Wir melden uns schnellstmöglich bei Ihnen für ein Beratungsgespräch.

Viele Grüße,
Ihr Team der Ledder Werkstätten

Hinweisgeberportal

Das deutsche Hinweisgeberschutzgesetz (HinSchG) ist am 2. Juni 2023 im Bundesgesetzblatt verkündet worden und tritt am 2. Juli 2023 in Kraft. Das Gesetz ermöglicht es hinweisgebenden Personen, sogenannten Whistleblowern, einfacher und ohne Angst vor Repressalien auf Rechts- und Regelverstöße in Unternehmen und Behörden aufmerksam zu machen. Unternehmen ab 250 Mitarbeiter:innen müssen bis zum 2. Juli 2023 die Anforderungen aus dem Hinweisgeberschutzgesetz umsetzen und eine Meldestelle einrichten.

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