August 4, 2026

Maiks Pauls Weg auf den allgemeinen Arbeitsmarkt mit der Firma Stockreiter und uns

Um fünf Uhr morgens ist die Nacht für Maik Paul vorbei. Der 27-Jährige steigt bei gutem Wetter in Recke-Espel auf sein Pedelec und braucht 18 Minuten bis zur Firma Stockreiter GmbH in Mettingen. So lang ist sein Weg auf den allgemeinen Arbeitsmarkt. Dort, an der Westerkappelner Straße, unterhält sein Arbeitgeber den großen Betriebshof. Rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt der Garten- und Landschaftsbauer. Maik ist einer von ihnen, und im Sommer – Hochsaison für alle GaLa-Bauer – beginnt seine Schicht um 6 Uhr.

2017 schloss Maik die Recker Don-Bosco-Schule (Schwerpunkt Geistige Entwicklung) ab und kam zu uns. Als junger Mensch mit Behinderung durchlief er die üblichen 27 Monate Berufliche Bildung in Ladbergen und wechselte im Dezember 2019 in unsere Haustechnik. Am liebsten wollte er schon damals draußen, in der Grünpflege und auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, arbeiten, am besten bei Stockreiter. Dirk Wittkamp, Jobcoach bei unserem Fachdienst Berufliche Inklusion, fragte in Mettingen an und schrieb die Helferstelle werkstattintern aus. Maik bewarb sich und konnte im April 2024 sein erstes Erprobungspraktikum absolvieren, das prompt verlängert wurde.

Heute hat er einen Außenarbeitsplatz: Er ist weiter uns beschäftigt, fährt aber zur Arbeit in den Mettinger Betrieb. Das gibt beiden Seiten Sicherheit. „Sollten beide Kooperationspartner kein einvernehmliches Arbeitsverhältnis aufbauen können, steht der schnellen Rückkehr zu uns nichts im Weg. „Es besteht ein Rückkehrrecht in die Werkstatt für behinderte Menschen“, betont Dirk Wittkamp. Aus Erfahrung weiß er, dass der Weg auf den Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderung ein individueller und kleinschrittiger ist.

Für Maik bedeutet das praktisch, dass er mit dem Team Grünpflege zu den Kunden rausfährt, dort viel mit dem Freischneider arbeitet, bei Reinigungsarbeiten unterstützt oder mit dem motorbetriebenen Handmäher mäht. Seine Arbeit mache er gut, berichten Stefanie Berger (Personalleiterin bei Stockreiter) und Christoph Visse (Bau- und Bereichsleiter für kommunale Pflege, wo Maik eingesetzt ist). Maik gehöre inzwischen fest dazu, habe mit dem Kollegen Abraham Weburah seinen festen Ansprechpartner auf den Baustellen und mit Dirk Wittkamp in regelmäßigen Abständen eine sozialpädagogische und psychosoziale Begleitung.

Im vergangenen Winter wurden Maik über unseren Gartenbau jeweils montags bis mittwochs fachtheoretische und fachpraktische Weiterbildungen angeboten, die er gerne annahm. Es ging um Inhalte wie Maschinenkunde und -pflege, den fachgerechten Umgang oder Ladungssicherung beim Transport von Maschinen. Im Bioenergiepark Saerbeck lernte er den Umgang mit dem ferngesteuerten Mäher, wie ihn ähnlich auch Stockreiter einsetzt.

„Maik ergänzt als Helfer unser Grünpflegeteam und kennt sich mit den am meisten gebrauchten Maschinen aus“, sagt Stefanie Berger. Er erziele gute Arbeitsergebnisse und füge sich prima ins Team ein. Dazu gehöre auch das Betriebsfest; seine Behinderung sei gar kein Thema.

Sein Vertrag für den Außenarbeitsplatz reicht bis April 2027. Dann würden die Ergebnisse der Arbeitserprobungen aus der Grünpflege und der Aufgaben vom Betriebshof mit Maik und Dirk Wittkamp reflektiert, um eine weitere Perspektive für ihn zu gewinnen, so Stefanie Berger. Maik hofft, dass er perspektivisch einen festen Job bei Stockreiter bekommt. Damit könnte er ins geförderte Budget für Arbeit wechseln, was meint, dass der LWL dem Betrieb auch für einen längeren Zeitraum einen Lohnkostenzuschuss als Ausgleich für die Minderleistung zahlt.

Klar ist auch: Maik hat einen Betrieb und eine Unternehmensleitung gefunden, die so eine Art der Beschäftigung wohlwollend fördern. Wir geben ihm Sicherheit, schulen ihn weiterhin und gewähren das Recht auf Rückkehr. Und Maik? Er ist einfach nur stolz auf seinen Arbeitsplatz und das gute Arbeitsverhältnis.

Am Dienstag, 22. September, planen wir mit der Caritas Emstor-Werkstatt und der Caritas-Werkstatt Langenhorst den Aktionstag „Neue Talente entdecken – Menschen mit Beeinträchtigungen im Unternehmen“ im Südstadtquartier Ibbenbüren. Es geht um Wege in den Arbeitsmarkt und den schrittweisen Übergang. Wir möchten Firmen informieren über Chancen, Unterstützung und den Mehrwert, wenn Menschen mit Behinderung im Unternehmen tätig sind. Den Veranstaltungsflyer finden Sie hier zum Download.

Vielen Dank für ihre Anfrage. 

Wir melden uns schnellstmöglich bei Ihnen für ein Beratungsgespräch.

Viele Grüße,
Ihr Team der Ledder Werkstätten

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Das deutsche Hinweisgeberschutzgesetz (HinSchG) ist am 2. Juni 2023 im Bundesgesetzblatt verkündet worden und tritt am 2. Juli 2023 in Kraft. Das Gesetz ermöglicht es hinweisgebenden Personen, sogenannten Whistleblowern, einfacher und ohne Angst vor Repressalien auf Rechts- und Regelverstöße in Unternehmen und Behörden aufmerksam zu machen. Unternehmen ab 250 Mitarbeiter:innen müssen bis zum 2. Juli 2023 die Anforderungen aus dem Hinweisgeberschutzgesetz umsetzen und eine Meldestelle einrichten.

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