Juli 29, 2026

Ziemlich nah am allgemeinen Arbeitsmarkt: zu Besuch bei der Außenarbeitsgruppe Wunderle

Sie verpacken, nähen, kleben, drucken, gravieren und gießen mit dem Werkstoff Resin: Unsere Außenarbeitsgruppe Wunderle, die sich selbst den Namen „Wow“ gegeben hat, verfügt über ein Portfolio an Arbeitsangeboten, das es nicht an vielen Stellen unserer Einrichtung gibt. Seit vier Jahren haben zwölf Beschäftigte ihren Außenarbeitsplatz an der Glücksburger Straße 23 in Ibbenbüren. Direkt gegenüber: Heike Bringemeiers Firma „Wunderle“.

„Wunderle“ – das sind kleine, von Hand gepackte Geschenktüten oder –kisten zum Mitbringen, die zum Großteil in Werkstätten wie unserer konfektioniert werden. „Wunderle“ wirbt auf seiner Webseite für soziale Verantwortung, weil „jedes verkaufte Produkt die Inklusion und berufliche Förderung von Menschen mit Behinderung fördert“. Wer vielleicht meint, eine normale Werkstattgruppe an der Glücksburger Straße zu finden, liegt falsch.

Es geht um hochmoderne Fertigungstechnik, genau so aber auch um viel Handarbeit, die motorisches Geschick erfordert. Und es geht um Stückzahlen: In Corona-Zeiten, als die Kunden exzessiv bestellten, habe ihre zehnköpfige Belegschaft bis zu einer Million Artikel im Jahr verkauft, berichtet Wunderle-Mitarbeiterin Silvia Meyer. Um diese Mengen in hunderte verschiedene Wundertüten zu packen, braucht es Hände, viele Hände! Silvia Meyer ist täglich in unserer Gruppe, um mit unserer Mitarbeiterin und Fachkraft Jenny Bierwirth Organisatorisches abzusprechen.

Der Draht ist kurz, Bestellungen kommen fast täglich, manchmal tagesscharf. All das ist schon sehr arbeitsmarktnah, sodass immer wieder Personen von hier aus ins geförderte Budget für Arbeit starten möchten, also auf den allgemeinen Arbeitsmarkt gehen: Doreen Maiwald und Tobias Schmeing zum Beispiel sind bei der Schlauchfirma Parsch in Ibbenbüren. Sanda Karrenbrock wechselte erst ins Budget zu Wunderle und arbeitet heute beim Gewürzehersteller Fuchs in Dissen.

Fast alle in der Außenarbeitsgruppe haben eine lange Förderung in unserer Einrichtung erfahren: Sabrina Suck zum Beispiel war viele Jahre eine feste Größe in unseren Famano-Cafés, bevor sie sich verändern wollte. Rainer Hohmann war in unserem LebensMittelpunkt in Leeden mit vielen Aufgaben betraut. Nicole Wiedkamp arbeitete zuvor im Bioenergiepark Saerbeck, wo sie die Arbeit mit Maschinen im Grünen Bereich lernte. Jetzt, bei „Wow“, haben alle ihre speziellen Aufgaben.

Thorsten Albers kümmert sich um Laserdrucker und UV-Drucker und bedruckt gerade Glasgefäße mit Weihnachtssternen. Die 18 soeben installierten 3D-Drucker füttert und überwacht Rainer Hohmann. Dort entstehen kleine Selfie-Rahmen für das Handyfoto zu tausenden.

„Winterzauber & Kerzenschein“ verpackt Pascal Narendorf – inklusiv Fichtenzapfen, während Nicole Wiedkamp für die Kartons mit den Tüten „Katzenfreunde“ Produkte kommissioniert. Hinten, im Lager, gießt Sandra Wieschmann hunderte kleine Kerzenhalter aus selbst angerührtem Resin. In fünf Monaten ist Heiligabend gewesen …

Es sind viele, auch anspruchsvolle Tätigkeiten. Die Produktbreite ist riesig. Der Zeitdruck spielt eine tägliche Rolle. Aber all das in der Summe mache die Außenarbeit bei „Wow“ auch attraktiv, sagt Jenny Bierwirth, die die Gruppe seit bald vier Jahren begleitet. Die Idee hinterm Projekt „Wunderle“ heiße: für jeden Anlass eine Tüte. Entsprechend vielfältig und einfach jeden Tag anders sei die Arbeit. Alle drei Wochen nimmt Jenny Bierwirth an der Teamsitzung unseres Fachdienstes Berufliche Inklusion teil. Dort wird geschaut, wie sich Personen entwickeln und wohin deren Weg noch führen kann. Das bedeutet auch, dass sich die Mannschaft immer wieder mal verändert.

Neben der Arbeit hätten sich schöne Freundschaften entwickelt, so Jenny Bierwirth. Mit Heike Bringemeier habe man eine sehr empathische Chefin, die zum Beispiel jeder und jedem zum Geburtstag einen Kuchen backe. Das Betriebsklima der Außenarbeitsgruppe und der Firma selbst sei einfach angenehm, was zugleich dafür sorge, dass das Thema Behinderung gar keines sei. Inklusion passiert einfach.

Weil die Mengen, besonders in Richtung Weihnachten, nicht zu schaffen sind, unterstützen auch unsere Betriebsstätten Schweer, Gausepohl und Maybachstraße in Ibbenbüren. Weitere Einrichtungen wie die Caritas-Emstorwerkstätten oder die JVA Lingen sind auch im Projekt.

Am Dienstag, 22. September, planen wir mit der Caritas Emstor-Werkstatt und der Caritas-Werkstatt Langenhorst den Aktionstag „Neue Talente entdecken – Menschen mit Beeinträchtigungen im Unternehmen“ im Südstadtquartier Ibbenbüren. Es geht um Wege in den Arbeitsmarkt und den schrittweisen Übergang. Wir möchten Firmen informieren über Chancen, Unterstützung und den Mehrwert, wenn Menschen mit Behinderung im Unternehmen tätig sind. Den Veranstaltungsflyer finden Sie hier zum Download.

Vielen Dank für ihre Anfrage. 

Wir melden uns schnellstmöglich bei Ihnen für ein Beratungsgespräch.

Viele Grüße,
Ihr Team der Ledder Werkstätten

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Das deutsche Hinweisgeberschutzgesetz (HinSchG) ist am 2. Juni 2023 im Bundesgesetzblatt verkündet worden und tritt am 2. Juli 2023 in Kraft. Das Gesetz ermöglicht es hinweisgebenden Personen, sogenannten Whistleblowern, einfacher und ohne Angst vor Repressalien auf Rechts- und Regelverstöße in Unternehmen und Behörden aufmerksam zu machen. Unternehmen ab 250 Mitarbeiter:innen müssen bis zum 2. Juli 2023 die Anforderungen aus dem Hinweisgeberschutzgesetz umsetzen und eine Meldestelle einrichten.

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